7. Weltladen: Fairtrade stoppt Ausbeutung

Stephan Schwarzbach mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Fairtrade Weltladen Itiwana in Pfarrkirchen.
Stephan Schwarzbach mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Fairtrade Weltladen Itiwana in Pfarrkirchen.

Am 2.7.2015 besuchte Stephan Schwarzbach im Rahmen seiner grünen Radtour durch Niederbayern den Itiwana Weltladen in Pfarrkirchen.

Was haben Indianer mit dem Namen eines niederbayerischen Ladens zu tun?

Es gibt eine Legende der Zuni-Indianer:

„….. Einst machten sich die Zuni-Indianer auf, den Mittelpunkt der Erde zu suchen…. Viele Jahre zogen sie hierhin und dorthin…. und erkannten, dass die Mitte der Welt sich direkt unter ihren Herzen befand. Dort errichteten sie ihre Stadt und gaben ihr den Namen Itiwana.“

Fairer Handel seit 1993

„Fairer Handel bedeutet, Einfluss zu nehmen auf die Lebenssituation der benachteiligten Produktionsgruppen, der Kleinbauern und Handwerker in der so genannten „Dritten Welt“, ihnen zu fairen Preisen und besseren Arbeitsbedingungen zu verhelfen“, davon waren die Initiatoren des Weltladens ins Pfarrkirchen rund um Sibylle Harrer überzeugt. Deshalb verkaufen sie hier seit 1993 Produkte aus Fairem Handel und kommen mit vielen Menschen zu dieser „Herzensangelegenheit“ ins Gespräch.

Nachwuchs gesucht

Waltraud Sikora ist seit über 20 Jahren im Weltladen engagiert. Zusammen mit 30 weiteren Freiwilligen führt sie den Laden – und würde sich über mehr Nachwuchs freuen. Es gibt viele gute Gründe, warum Jugendliche sich für „Eine Welt“ einsetzen können:

„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten Dinge tun, können sie das Gesicht der Erde verändern“, sagt Waltraud Sikora.

Kennenlernen schafft Vertrauen

Jeder kann in seinem Umfeld etwas bewirken. Der Weltladen ist ein Treffpunkt für engagierte Leute. Die sich zum Beispiel für Dritte-Welt-Länder engagieren, etwa mit Mikrokrediten für Näherinnen in Bangladesch. Oder eine Schulerrichtung in Indien unterstützen. Hier lernen sie sich persönlich kennen und das ist besonders wichtig, denn die Spendenbereitschaft ist nachweislich höher, wenn jemand eine Person direkt kennenlernt, die das Geld dorthin bringt, wo es dringend benötigt wird. Dieses Vertrauen kann eine anonyme Fördergesellschaft schwerer bieten.

Die Spendensammler arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen, die das Geld in Empfang nehmen und es dort verteilen, mit der Bevölkerung sprechen. Zur Kontrolle und Transparenz gibt es eine genaue Abrechnung und einen genauen Plan der Kreditnehmer, was sie mit dem Geld vorhaben.

Was gibt es im Weltladen?

Im Weltladen gibt es viel zu entdecken: Handwerksprodukte, Instrumente, Kunst oder Textilien, wie z.B. Taschen aus Moskitonetzen, Babykleidung, Wollpullover aus Peru und Schmuck aus Thailand.

Im Regal der Lebensmittel entdeckt man eine Vielfalt an Schokolade und Kaffee mit dem Fairtrade-Label. Angeboten werden außerdem Süßigkeiten, Gebäck, Wein, exotische Knabbereien, Gewürze, Säfte, Nudeln und vieles mehr. Und auch das Label des Deutschen Anbauverbands Naturland steht für bio und fair.

Alle Produkte im Weltladen tragen dazu bei, die Existenz der ErzeugerInnen im Süden zu sichern.

Wozu braucht man Fairtrade?

fairtrade
Zeichen für Gerechtigkeit: Das Fairtrade Gütesiegel für Produkte.

In der Kolonialzeit begann die Ausbeutung der südlichen Länder: Arbeitskräfte und Bodenschätze nahmen sich die Kolonialherren einfach zur freien Verfügung. Selbst heute bekommen die Produzenten zum Beispiel von Bananen oft so wenig, dass ihre Kinder mitarbeiten müssen, damit die Familie sich versorgen kann. Dadurch können die Kinder nicht in die Schule gehen und kommen nicht aus der Armutsspirale heraus.

Fairtrade ist hier eine „Intervention gegen die Ausbeutung“: Produzenten bekommen gerechtere Löhne für ihre Arbeit. So können sie ihre Kinder in die Schule schicken, wo sie ein höheres Bildungsniveau erreichen und ihre Lebensqualität erhöhen können. „Das macht mir Freude und Spaß“, sagt Waltraud Sikora“ Sie ist überzeugt: „Wenn man was positives tut, kommt etwas positives zurück“.

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